Mit Putpat.tv befindet sich derzeit ein anpassbares Musikfernsehen für den Webbrowser in der Testphase. MTV und Viva dürfen sich warm anziehen, denn der Service hat es in sich.
Putpat.tv bietet insgesamt eine Auswahl von 20.000 Videoclips, die sich nach Sparten sortiert anschauen lassen. Dabei gibt es einzelne Kanäle für Pop, Rock, Dance und ähnliches. Im Gegensatz zum Musikfernsehen jedoch bietet die Plattform den entscheidenden Vorteil, dass man, sofern man einen Videoclip nicht mag, diesen einfach wegskippen kann. Doch damit nicht genug: Über einen "persönlichen Kanal" lässt sich das Musikprogramm ziemlich genau nach eigenen Kriterien festlegen. Die Musikindustrie hat ihre Hausaufgaben gemacht.
Das Angebot benötigt zunächst ein Flash-Plugin für den Browser, lässt dann aber relativ wenig Wünsche
offen, wenn es um die Frage geht, mit dem "herkömmlichen" Musikfernsehen zu konkurrieren. Zur Auswahl steht eine große Palette von Musik, von Madonna über Metallica bis zu aktueller Charts-Musik
findet sich genug Spielmaterial für den eigenen Mix. Die Zusammenstellung des eigenen Kanals dagegen gestaltet sich äußerst einfach: Über einen Mixer lassen sich unterschiedliche Genres
zusammenmixen. Mein Kanal soll 80 Prozent Hip-Hop und 20 Prozent Pop spielen? Kein Problem - einfach die Parameter und Regler bedienen - und schon kann es losgehen. Auch freiere Kombinationen sind
möglich, wie "65 Prozent gemütliche Musik und 35 Prozent Untergrund" (bei Untergrund bitte die Erwartungen jetzt nicht zu hoch stecken). Selbst Einstellungen wie "Musik ähnlich wie Die
Fantastischen Vier und Rock" liefern einigermaßen akkurate Ergebnisse. Auch im eignen Kanal gilt, dass man die Clips einfach wegschalten kann. Auch lassen sich Videoclips "lieben" und "bannen", wie
man das zum Beispiel von Last.fm kennt, sodass einzelne Videos besonders oft oder überhaupt nicht mehr gespielt werden. Im Gegesatz zu Last.fm gibt es nicht nur Musik auf die Ohren, sondern auch
gleich die passenden Videoclips mit dazu.
Das Format Putpat.tv wurde von zwei ehemaligen Viva-Mitarbeitern, Tobias Trosse und Rainer Schütz, gegründet. Schon im Oktober 2008 oraktelte Dieter Gorny über ein Projekt, welches die Zukunft des Musikfernsehen darstellen soll. Dieses
Projekt ist nun Putpat.tv, welches sich momentan in einer öffentlichen Beta-Phase befindet.
Von
allen vier großen Plattenfirmen soll als einzige die EMI noch nicht mit im Boot sein. Mittelfristig möchte man insgesamt etwa 50.000 Videos im Angebot haben - auch von Independent-Labels. Unklar
ist indes noch, ob sich das Geschäftskonzept tragen wird. Vorgesehen ist Werbung zwischen den Videoclips - es sei denn, man bucht einen werbefreien Premium-Service, der dann aber
gebührenpflichtig wird.. Es scheint ganz so, als hätten die Industrievertreter ausnahmsweise mal alles richtig gemacht. Zumindest ließ das Angebot im Testlauf keine Wünsche offen. (020200)
(via Onlinekosten, thx!)
Quelle: Gulli.com
............von der Homepage http://www.putpat.tv/