
Die Berliner Band kommentierte die Ankündigung der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien gestern Abend via Facebook: "Rammstein-Urteilsspruch: Das neue Rammstein-Album ist auf Antrag des durch die Ministerin von der Leyen geführten Bundesministeriums indiziert worden und wird zukünftig lediglich unter der Ladentheke zu haben sein. Volljährige sollten ihren Ausweis nicht vergessen und dann beim Händler ihres Vertrauens nachfragen."
S/M und ungeschützter Geschlechtsverkehr
Im Einzelnen wurde der Track "Ich Tu Dir Weh" sowie ein Artwork-Foto, das Gitarrist Richard Kruspe mit einer auf seinen Knien liegenden Frau darstellt, moniert: dies seien jugendgefährdete Darstellungen von S/M-Praktiken. Außerdem befanden die Medienwächter, dass der Titel "Pussy" zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr in Zeiten von Aids animiere.
Anwälte von Universal und Rammstein nahmen gestern an der Sitzung der Bundesprüfstelle teil. Die Indizierung wird demnächst offiziell gemacht, dann darf "Liebe Ist Für Alle Da" Jugendlichen nicht mehr zugänglich gemacht werden.
Die Bundesfamilienministerin stellte den Indexierungsantrag gegen "Liebe Ist für Alle Da" höchstpersönlich. Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien hat ihn offensichtlich angenommen. Rammstein kommentierte die Ankündigung der Behörde bereits gestern Abend auf Facebook:
"Rammstein-Urteilsspruch: Das neue Rammstein-Album ist auf Antrag des durch die Ministerin von der Leyen geführten Bundesministeriums indiziert worden und wird zukünftig lediglich unter der Ladentheke zu haben sein. Volljährige sollten ihren Ausweis nicht vergessen und dann beim Händler ihres Vertrauens nachfragen."
Anwälte der Band und ihres Labels Universal Music hatten an der gestrigen Sitzung der Bundesprüfstelle teilgenommen. Probleme hatten die Medienwächter mit zwei Songs und einem Photo der Artwork. Auf dem Bild ist Gitarrist Richard Kruspe zu sehen, auf seinen Knien liegt eine Frau. Das sei, genauso wie der Text des Titels "Ich Tu Dir Weh", eine jugendgefährdende Darstellung sadomasochistischer Praktiken.
Auch der Track "Pussy" entkam dem gestrengen Urteil der Jugendschützer nicht: Sie monierten, der Song animiere in Zeiten von HIV/AIDS zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr. Das Video zu dem Titel wurde von vornherein gar nicht erst auf Musiksendern ausgestrahlt - es zeigt die Bandmitglieder beim Sex. Till Lindemann und Co. sind allerdings nicht wirklich darin zu sehen: Sie ließen sich von Schauspielern körperdoublen.
Die Indizierung wird nun bald offiziell veröffentlicht, dann darf die Platte tatsächlich nur noch "unter dem Ladentisch" verkauft werden, wie es die Band bereits angekündigt hat. Grundsätzlich sind solche Maßnahmen für Rammstein nicht neu: Schon die Videos zu "Stripped" und "Mein Teil" durften im Fernsehen erst ab 22 Uhr gezeigt werden. Vom Letzteren sagten die Jugendschützer, es sei geeignet "die Entwicklung von Kindern oder Jugendlichen unter 16 Jahren zu einer eigenverantwortlichen und gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen." Ein ganzes Album der Band landete allerdings noch nie auf dem Index.
Quelle: Gulli.com